Hirschlausfliege – unangenehme Plagegeister

Damhirsch 342x440 - Hirschlausfliege - unangenehme PlagegeisterDie warme Jahreszeit lockt sie wieder hervor, die Plagegeister von Ektoparasiten, die unseren Tieren das Leben so schwer machen. Viele von ihnen kennen wir bereits recht gut, wie die Mücke, die Zecke, den Floh und die Milbe. Doch immer häufiger hört man von einem Plagegeist, der bisher nicht flächendeckend aufgetreten ist " es ist die Hirschlausfliege. Sie ist ein extrem nerviger Plagegeist, weshalb es so wichtig ist, sich eingehend über sie zu informieren.

Was ist die Hirschlausfliege?


Die Hirschlausfliege oder auch Hirschlaus, wie sie kurz gerne genannt wird, gehört zur Familie der Lausfliegen. Man muss schon genau hinschauen, um sie zu erkennen, denn sie erreichen eine maximale Größe von fünf bis acht Millimeter. Allerdings ist dies nur der Durchschnitt. Es gibt durchaus Regionen, in denen sie größer sind, sodass es überhaupt kein Problem ist, sie mit bloßem Augen zu erkennen.

Für gewöhnlich sind diese Fliegen hauptsächlich in den Monaten August und September unterwegs. Jedoch konnten mehrere relativ warme und niederschlagsarme Winter in vielen Regionen verzeichnet werden. Für die Hirschlausfliege war dies ein Segen, da sie nicht den niedrigen Temperaturen zum Opfer gefallen ist. Deshalb sind sie genau in diesen Regionen seit einigen Jahren vermehrt aufgetreten. Sollte wieder ein warmer Winter folgen, wird sich ihre Zahl im nächsten Jahr weiter erhöhen. Leider bedeutet dies aber auch, dass sie nicht nur im Herbst auftreten. In einem warmen Frühjahr trifft man sie bereits Ende April / Anfang Mai an. Leider hat man sie dann tatsächlich während des gesamten Sommers am Hals. Und das ist nicht freundlich ausgedrückt, weil es nicht freundlich sein soll. Sie sind einfach grässliche Insekten.

Natürlich stellt sich die Frage, wie man zu ihnen kommen kann. Sie befinden sich immer in Waldnähe oder zumindest der Nähe zu größeren Gehölzen. Besonders häufig sind sie auf Hirschen, Wildschweinen und Dachsen zu finden. Steigt ihre Population, sind sie gezwungen ihren Wirt zu wechseln. Pferde und Hunde scheinen sie zu bevorzugen. Denn beide haben mit ihnen zu kämpfen. Wer also gerne im Wald oder dessen Nähe mit dem Hund spazieren geht oder ausreitet, der kann sich, ohne es zu merken, mit der Hirschlausfliege „anfreunden“. Unglücklicherweise schlüpfen die „jungen adulten Hirschläuse“ im Oktober und November. Sie gehen recht schnell auf die Suche nach einem geeigneten Wirt, wenn die Temperaturen es zulassen. Genau deshalb können auch so viele von ihnen in warmen Wintern überleben. Während des Winters verhalten sie sich übrigens meistens ruhig. Nur selten kommt es vor, dass sie ihrem Wirt auch im Winter bereits „auf die Pelle rücken“. Sie sind halt einfach nur, ganz unbemerkt da.

Zeichen für einen Hirschlausbefall


Bevor Sie sich auf die Lauer legen und die „Landung“ einer Hirschlausfliege auf ihrem Vierbeiner beobachten wollen: Es ist wirklich Zufall, wenn man diese Landung beobachten kann. Denn diese kleinen Biester fliegen auf ihr „Opfer“ zu, brechen sich im Augenblick der Landung die Flügel ab und halten sich entweder mit großer Kraft an der Haut des Wirtes fest oder aber, und dies ist meist der Fall, tauchen in das Fell des Tieres ein. Ja richtig " sie tauchen steil in das Fell hinein, wie ein Tiefsee-U-Boot! Und dabei sind sie äußerst flink. Sie mit bloßen Fingern zu erwischen, ist reine Glückssache. Ein Läusekamm ist in diesem Fall viel effektiver.

Ein erster Hinweis auf einen Hirschlausbefall ist ein hektisches Suchen nach dem Parasiten. Der Hund wirbelt förmlich herum, wenn die Fliege ihn beißt. Und ehrlich: Auch dem Menschen kann dieser Biss recht schmerzlich bewusst werden. Neben dem eigentlichen kneifenden Biss ergibt sich im Anschluss sofort eine Hautirritation. Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Brennen und Jucken mit einem großen Wundgefühl. Kein Wunder, dass dem Hund nichts Besseres einfällt, als sich ausgiebig zu belecken und zu beknabbern. Und das natürlich überall, wo die Hirschlausfliege erneut zu beißt. Der nächste Hot Spot kann bereits eingeplant werden! Hat der Hund es geschafft, sie zu stellen, wird sie mit Speichel förmlich ertränkt! Allerdings sollte man stets davon ausgehen, dass eine einzige Hirschlausfliege nicht auf dem Hund gelandet ist. Suchen Sie beim Putzen des Tieres stets nach weiteren Exemplaren. Haben Sie sie mit dem Kamm aufnehmen können, gibt es nur eine einzige Lösung: Zerquetschen Sie den Plagegeist zwischen Zeigefinger und Daumen! Ja, brutal, aber unbedingt notwendig. Dies ist übrigens nicht immer einfach, aber Sie werden das für Ihren Vierbeiner schon hin.

Haben sich die Hirschlausfliegen schon ans Werk gemacht, hilft zur weiteren Abwehr ein guter Insektenblocker. Die Hautirritationen und Hot Spots können herkömmlich behandelt werden: Wenn es sich um großflächige Hot Spots handelt, wird einerseits gekühlt, andererseits kann mit lindernden Salben der schlimmste Juckreiz behoben werden. Die Salben können natürlich nur dann eingesetzt werden, wenn die Stellen noch nicht blutig sind. Es empfehlen sich Anthisan sowie Kollidales Silber Salbe. Beide zeigen gute Wirkung und schnelles Abheilen.

Was macht die Hirschlausfliege?


Die Hirschlausfliege findet nichts schöner, als die Körperoberfläche ihres Wirtes zu erkunden und an besonders „zarten“ Stellen einen Imbiss zu nehmen. Nicht nur auf der Felloberfläche, sondern insbesondere auf der Haut kann sich das Insekt extrem schnell fortbewegen. Das macht es für Hund und Herrn auch so schwierig, sie zu erwischen. Sicherlich wird der Hund mit der Zeit immer flinker, aber er kann ja immer noch einen Angriffspunkt auf einmal verteidigen, nicht wahr?

Das Blut, das die Hirschlausfliege dem Wirt abzapft, wird nicht nur für das eigene Leben benötigt. Auch die Larven, die lebend geboren werden, profitieren davon.

Kann ich meinen Hund vor der Hirschlausfliege schützen?


Es gibt verschiedene Fliegensprays, die ihrerseits versprechen, die Hirschlausfliege abzuhalten. BremsenBremse classic, aber auch Insektenblocker (Hotte Maxe) sind fantastische Abwehrsprays, wenn es um die normalen fliegenden Insekten geht. Leider aber ticken die Hirschlausfliegen ein wenig anders. Deshalb ist der Schutz der Mittel bei ihnen nicht so gut wie bei den anderen Parasiten. Dennoch lohnt es sich, den Schutz aufzutragen, um wenigsten die Menge der landenden Insekten zu reduzieren.

Auch kann das Tier mit einem Silberwasserspray eingesprüht werden. Auch durch diese Maßnahme wird die Zahl der Parasiten vermindert.

Wie bei allen Ektoparasiten sollte immer die monatliche Gabe vom homöopathischen Ledum D200 nicht fehlen. Es hält nicht alle Insekten ab, dezimiert aber die Zahl der interessierten Exemplare.

… und  noch eines


Die Hirschlausfliege ist superschnell im Fell des Hundes. Daher ist es wichtig, diesen täglich mit dem Läusekamm zu bearbeiten. Bei kurzhaarigen Tieren ist dies kein Problem. Langhaarige Hunde werden schnell den Spaß an der täglichen, intensiven Pflege verlieren. Das Problem ist, dass schon das Laufen mit den kratzigen Beinen der Hirschlausfliege zu Irritationen und einem Unwohlgefühl auf der Haut führt. Genau dies macht den Hund für einen langen Zeitraum so unruhig. Er möchte sich ständig kratzen und ist permanent auf der Suche nach dem Störenfried. Für den Hund bedeutet ein Haarlausbefall daher, einen langen Zeitraum mit vielen Schlafstörungen und starker nervlicher Anspannung vor sich zu haben.

Es ist wichtig, dass Sie die abgehenden Haare auf mögliche Exemplare des Parasiten durchsuchen und diesen sofort eliminieren. Ja, das ist vielleicht brutal. Aber nur so können Sie gewährleisten, dass sich die Haarlausfliege nicht aus dem Haarknäuel befreit und erneut auf Beutezug geht.

… und noch eines: Manchmal fliegen sie auch den Menschen an. Insbesondere im Nacken, unter langen Haaren werden sie gerne nach Blut suchen. Und spätestens, wenn Sie selber einmal gebissen wurden, wissen Sie, dass Sie für Ihren Hund stets die Jagd auf diese Plagegeister machen werden. Denn es ist ein unangenehmer Biss, der später brennt oder juckt.